Der zerstörte Mentor                              (Michaela Foltin)

 

Nun saß er da. Niedergedrückt und beschämt, angeprangert und ausgeliefert von dem, was man ihm vorwarf. Ein verächtlicher Verbrecher sollte er sein. Gerichtet und bestraft würde er werden. Für seine Liebe, die er mir gegeben hatte. Für die einzige Liebe, die ich je erhalten hatte.

Aus der Ferne musterte ich ihn, wie er mit gesenktem Haupt in seiner belastenden Position verweilte. Wie die Leute um ihn verbal auf ihn eindroschen, immer härter und ungerechter.

Und er immer kleiner wurde.

Meiner Mutter sagte, dass er ein unheilbarer Widerling sei. Sie erdrückte mich mit ihrem vermeintlichen Schutz vor demjenigen, der mir so gut getan hat. Vor dem, der mich hätte retten können. Energisch und bestätigt beutelte sie sich, während sie ihn tadelnswert beäugte, diesen Gesetzesbrecher.

Ich konnte mich noch genau erinnern, als ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte, wie er uns besuchen kam, mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter.

Als ich ihn sah, wusste ich, ich wollte etwas Größeres, etwas Exorbitanteres, etwas Besonderes. Ich interessierte mich noch nie für Gleichaltrige. Jene erschienen mir als nicht gebührend, nicht entsprechend. Sie waren weder anziehend, noch in irgendeiner Weise interessant für mich. Dementsprechend hielt ich mich immer fern von den Eskapaden meiner Altersklasse um irgendwelche trivialen Händchenhaltereien oder sonstiges.

Mein Traum von Liebe war immer schon anders geartet. Und durch ihn wurde er definiert.

Es muss so um mein zwölftes Lebensjahr geschehen sein, dass ich ihn für mich entdeckte.

Und mit ihm meine Sexualität. Anfangs kam ich mir geschmacklos vor, als ich mich um seinetwillen selbst berührte. Oft beobachtete ich ihn auf unserer Gartenschaukel mit seiner kleinen Tochter, wie er ihr liebevoll einen Kuss auf die Stirn gab, während sie auf seinem Schoß saß. Es kam mir sehr falsch vor, dass ich mich stattdessen auf seinem Schoß sitzen sah, unbekleidet und ihn verzehrend vor Sehnsucht. Aber diese Vorstellung erregte mich derartig, dass ich sofort wegsehen musste, um meine Gesichtsröte zu maskieren.

Seine Frau war eine sehr gute Freundin meiner Mutter, sie lud diese Familie immer öfter zu uns ein, da sie selbst schon lang keinen Mann mehr an ihrer Seite hatte und dankbar über den Kontakt zu ihnen war.

Ich war über diesen Umstand teilweise sehr erfreut, da ich ihn so immer wieder antreffen konnte, ohne ihn verfolgen zu müssen, andererseits riss es mir immer öfter das Herz raus, wenn ich gezwungener Zuseher seiner Familienidylle sein musste.

Oft überlegte ich mir, ob ich mich nicht auf meinem Zimmer einschließen sollte, während er mit seinen Lieben in unserem Garten den Grill anheizte und vergnüglich mit seiner kleinen Tochter Federball spielte.

Selbst wenn ich auf meinem Bett saß und gegen die Wand starrte, durchlöcherte mich jedes Lachen, das ich von draußen wahrnahm, wie ein zugespitzter Speer.

Mich überfielen ungeheure Aggressionen, ich wäre am liebsten heruntergegangen und hätte das Fleischmesser durch das Herz seiner Frau und seiner Tochter gerammt. Die Eifersucht fraß mich auf.

Einige Monate später, als sich meine Leiden schon ins tausendfache potenziert hatten, beschloss ich in einer schlaflosen Nacht, einen Brief an ihn zu schreiben. Unzensiert und hemmungslos schrieb ich all meine brennenden Gefühle für ihn nieder, wie sehr ich ihn begehrte und ersehnte, dass in meiner schwarzen Welt keine Vögel mehr sangen, und dass nur er mehr Licht in mein zerrissenes Herz bringen könne.

Und prompt tat ich Halsbrecherisches. Schlich mich heimlich eines Tages an sein Grundstück, verharrte stundenlang in der Kälte hinter einem Gebüsch versteckt und wartete, bis seine Frau ihre Tochter zu irgendeiner Turnstunde ausfuhr. Er verabschiedete beide mit einem zart gehauchten Kuss. Diese Aktion heizte mich ultimativ an, dass ich mich sodann aus meinem Versteck begab und zu Türglocke schlich. Mit zitternden und unterkühlten Fingern drückte ich den Knopf, mein Herz raste in unendlich schnellen Takten, ehe er mir dir Tür öffnete.

Bibbernd und zaghaft stand ich in der Kälte. Und streckte ihm dieses verdammte Blatt Papier entgegen. Er wollte mich hineinbeten, aber ich befahl ihm, zu lesen.

So beäugte er lange und Wort für Wort diesen überemotionalen Brief. Sein Mienenspiel veränderte sich immer mehr ins Betroffene. Er seufzte einige Male, während ich daneben immer nervöser wurde.

Abschließend warf er mir einen besorgten Blick zu. Ich brannte auf seine Worte.

Erwartete das Schlimmste. Liebevolle Ausreden, leere Worte, die Trost spenden sollten, Entschuldigungen, dass ich viel zu jung sei, dass er eine Familie hätte, dass er mir das alles nicht geben könne, dass meine Sehnsüchte unrealistisch seien, vielleicht sogar, dass er mich nicht ernst nehmen würde, oder mich im schlimmsten Falle für Verrückt erklären würde und mich erbost heimschicken würde, mich bei meiner Mutter verpetzen würde und nie wieder ein Wort mit mir reden würde. All dies geisterte mir in meinem Kopf herum, während ich seinen verdutzten Blick verfolgte.

Ich rechnete eigentlich, seinem Ausdruck zufolge, sofort mit einem empörten Rausschmiss, begann, mich ächzend umzudrehen in Richtung Gartentor.

Doch da rief er meinen Namen. Und bat mich, wider all meine Aussichten, sogar zu sich hinein. Bat mich, am Tisch im Wohnzimmer Platz zu nehmen, setzte sich selbst gegenüber und fragte mich, was er nun tun könne für mich.

Ich traute meinen Ohren kaum. Was meinte er damit? Alles, was ich mir wünschte?

Spürte plötzlich in Form einer kribbelnden Taubheit eine gewisse Ungehemmtheit in mir, die mir eine vielleicht einmalige Chance bat, meine lang geträumten Fantasien real werden zu lassen. Aus diesem Gefühl heraus äußerte ich, dass ich, sofern er wirklich etwas für mich tun wollte, mir meinen größten Wunsch, nämlich meinen ersten Kuss mit ihm wahr zu machen.

Mit eingezogenem Genick wartete ich auf einen empörtes Reagieren, aber stattdessen stand er auf und meinte, ich soll mir holen, was ich wollte.

Obwohl diese Reaktion so zusagend optimal war, warf es mich völlig aus dem Konzept.

In meiner Fantasie bin ich dieses Geschehen Millionen Mal lustvoll durchgegangen, aber in der Realität hätte ich niemals damit gerechnet.

Er begann, mich wie bei einem Tanz zu führen, mir zu zeigen, wie es wirklich ging, wies mich in die Richtung, wie er es wollte.

Gierig umschlang er mich, solchermaßen ausgehungert, als ich es sonst nur von mir spürte.

Alles verlief ernorm schnell, ich verlor die Kontrolle, besser gesagt, ich hatte sie von Anfang an nie besessen. Mir wurde klar, dass mich von einem Mann heißblütig abgelutscht wurde, der fast viermal so alt war, wie ich selbst. Einige Sekunden lähmte es mich vor Angst, doch dann fühlte ich plötzlich etwas ganz Lustvolles und Spezielles, was mir etwas gab, das mich unendlich beglückte. 

Ich spürte ungeheure Übermacht seinerseits, ließ mich in dieser treiben, brauchte dieses Gefühl. Seine Größe machte mich klein, gleichzeitig fühlte ich mich unheimlich stark, wenn ich von ihm eingeschlossen wurde. Er durfte alles mit mir machen, wenn er wollte. Ich war ihm unendlich devot. Er durfte mich lenken, endlich wurde mir klargelegt, wo mein Platz war auf dieser Welt, wer mich beherrschte.

Ironisch betrachtete ich im Vorbeigehen sein Familienfoto, ehe ich mich von ihm verabschiedete. Nie wird jemand etwas von unserem brisanten Geheimnis erfahren, das war uns klar, als wir uns ein letztes Mal in die Augen sahen.

Mit einem leichten Brennen zwischen meinen Beinen verließ ich sein Haus. Kalt war mir gar nicht mehr, obwohl es stürmte und schneite. Mein ganzer Körper duftete nach seinem Speichel, ich bekam mir dreizehn schon Dinge, von denen andere Dummköpfe ihr ganzes Leben lang träumten.

Mein folgendes Leben wurde jedoch zu einem bittersüßen Liebeslied.

Ich beobachtete ich mit ungenießbarem Beigeschmack den liebenden Vater und scheinbar fürsorglichen Ehemann, nichtsdestoweniger spürte ich in Abwesenheit aller anderen dennoch immer wieder anmutige Blicke seinerseits.

Bis er mich einmal in meinem Zimmer aufsuchte. Während alle anderen auf unserer Terrasse den beginnenden Frühling genossen und ich mich wieder einmal eingeschlossen habe, um zu sinnieren. Schon als ich dieses zaghafte Klopfen an meiner Tür vernahm, durchzuckte ein elektrischer Schlag von Aufregung meinen Körper.

Dieses Empfinden steigerte sich Unendliche, als ich ihm öffnete. Ungesäumt packte er mich von hinten und zog mich zu sich, während er mir ins Ohr hauchte, dass ihm kalt war, und ich ihn wärmen sollte, bevor der Wind noch kälter wehen würde.

So spaltete sich das Süße vom Bitteren.

Auf der einen Seite saß ich jeden Tag aufs Neue brav in der Schule, tratschte mit anderen Mädchen über Belanglosigkeiten, die meinem Alter entsprechen sollten, um mich danach von meinem Meister beflecken zu lassen, mich dadurch füttern zu lassen, und zu flüchten vom übelschmeckenden Alltag. In ihm war auch das Böse gut geworden.

Bis eines Tages meine Welt zusammenbrach. Meine Mutter und seine Frau standen empört und aufgebracht im Spektakel, als mein Mentor der Hingebung in Handschellen abgeführt wurde. Ich schrie außer mir, was zum Teufel den  passiert sei, in der Befürchtung, es ohnehin schon zu wissen.

Meine Mutter packte mich zähneknirschend am Arm und brüllte mich an, was mir einfiel, mich als dreizehnjähriger Backfisch auf diesen Unzurechnungsfähigen einzulassen. Dass sie uns schon länger beobachtet hatte und diesem Verbrechen nun ein Ende gemacht hatte.

Und damit auch meinem Zukunftsglauben.

Die Gerichtsverhandlung ging dem Ende zu. Seine Frau weinte bitterlich und meine Mutter nickte zustimmend, als er endgültig verurteilt wurde.

Und ich verstand, was für eine innere Leere und Kälte er gefühlt haben musste, die ihn antrieb, das zu tun, was ihm nun entgegengehalten wurde. Von nun an werde ich dazu verdammt sein, dieses Leben weiterzuleben, im Wissen, ihn durch Liebe verloren

 

 

 

Die sich selbst zerfressende Kraft                                       (Michaela F.)

 

Manchmal kommt mir der masochistische Gedanke, als müsse man das Gegenteil ansteuern, um etwas zu erreichen. Jedenfalls wenn man zu verbissen streitet. Denn dann folgt zumeist ein Missverständnis. Je mehr man für etwas kämpft, desto weiter kann einen die Aufopferung entfernen.

Soll man seine Sehnsucht nun unterdrücken, um ihr ein Stück näher zu kommen?

Im Leben wird uns oft gepredigt, wie wichtig es ist, sich für dies einzusetzen, was man herbeisehnt, denn dann würde es uns gelingen, unsere Richtungspunkte zu erfüllen.

Doch in der Liebe scheinen diese Weisheiten nicht zu funktionieren.

Die Liebe ist immer etwas abweichend von der Realität. Sie hat einen Sonderstatus im Rad der Werte. Jeder will sie, doch die wenigsten empfangen sie.  Sei es aus Mangel oder aus Unfähigkeit, diese anzunehmen. Und das Schlimme daran ist, dass jene Betroffene die beiden Argumente kaum unterscheiden können.

An Mangel denkt man meist zuerst. Denn die heutigen Verdienste werden großteils aus Mängel begründet. Dann schließt eine gewisse Motivation an, die zumeist auf Bitterkeit basiert. Man beginnt, sich verkrampft einzusetzen, zu verbiegen, zu verdrehen, um mit allen Mitteln ans angestrebte Wohlgefühl zu gelangen.

Aber in der Liebe hängt damit ein anderer Mensch zusammen, so ist alles begründet von dessen Reaktion auf die Bemühungen.

Und da beginnt das große Dilemma. Oft passiert es, dass man, sofern man sehr erregt und emphatisch um jemandes Gunst ringt, aus gerade diesen Gründen erst recht missverstanden wird als hitzig und angriffslustig, was den Hochgeschätzten folglich in die Distanz treibt.

Daraufhin wird man noch offensiver, aggressiver, militanter, weil man eigentlich nur zeigen will, dass einem an dieser Person viel liegt.

So kann es geschehen, dass man, ohne es zu wollen, zum Ungeheuer abändert. Durch eine unglückliche Verkettung von kriegerischen Maßnahmen, die eigentlich den letzten Hilferuf darstellen sollen, schafft man es schließlich, den Gefährten völlig zu lähmen oder auf Distanz zu treiben, indem man die Kontrolle über sich selbst verliert.

Und irgendwann sitzt man dann in seinem Winkel und schmiedet gedanklich noch immer Grundrisse, obwohl man es gegen seinen Willen bewerkstelligt hat, sich auszugrenzen vom Herbeigesehnten.

Man fühlt sich alleine und von allen guten Geistern verlassen. Missverstanden in seiner Leidenschaft. Gescheitert in seiner Willenskraft. Die einzige Option, die einem dann noch bleibt, ist das Warten. Auf ein Wunder oder die Erfüllung seines Traumes.

Also wartet man. Man weiß nicht, wie lange, und ob es sich lohnt.

Man beginnt allmählich ein Hirngespinst, alles aufzugeben, weg zu schieben. Denn man würde es ohnehin nicht bekommen. So weit wie es weg ist. Deswegen entweder ganz oder gar nicht. Vor allem in der Liebe.

 

Die kleinen Dinge, die den Menschen mäßiger machen sollten           (Michaela F.)

 

Manchmal heißt es, dass kleine Dinge die Welt verändern können. Auch ganz unmerkbar geringe. Exorbitantes habe ich schon oft versucht. Habe getobt und geschlagen. Habe nahezu alles probiert, was in meiner Kraft liegt. Nur, um an etwas zu gelangen. Was das genau sein sollte, das entglitt mir in der Hitze meiner Erregungen.

Zum Schluss ringt man nur mehr des Kampfes Willen. Und verliert das Ziel vor Augen.

Und dann bricht man zusammen. Doch was hat man erreicht? Hat es sich gelohnt?

Die Energie ist verdunstet. Der Kraftspeicher leer. Innerlich poltert es noch immer, aber die vitalen Ressourcen  schränken einen ein.

Es gäbe theoretisch tausende Bewältigungsstrategien, aber im Affekt schwindet jede Theorie.

Also sitze ich wieder einmal erschöpft und einsam an meinem Tisch und starre dieses kleine Objekt an, das die Welt verändern könnte. Oder zumindest mein Leben. So betitelt man es.

Obwohl dieses rosa Ding kaum einen Zentimeter misst, sieht es viel versprechend aus.

Wie oft habe ich mir durch so etwas schon etwas zugesichert, was danach wieder in eine Katastrophe ausartete?

Gerade wurde es neu geboren, aus seiner kleinen, feinen Blisterpackung, und nun rollt es unschuldig vor meinen Augen herum, als hätte es eine eigene Persönlichkeit, die zu mir spricht, dass alles wieder gut werde.

Wie oft habe ich diese Biester schon missverstanden und sie massenhaft überhand von mir nehmen lassen? Was habe ich schon alles in sie hineinprojiziert, um sie glaubhaft werden zu lassen?

Um mich danach zu fühlen, als ob ich zu heiß gebügelt worden wäre. Verlangsamt wurden meine Ideenfolgen, begrenzt meine Ausdrucksweise, armselig mein Einfallsreichtum.

Das soll es sein, was mein Leben so glanzvoll verändert?

Also fasse ich diese kleine Bestie am Kragen, quetsche sie zwischen meinen Daumen und meinen Zeigefinger.

Nehme einen Schluck Wasser und lasse sie in mich schwemmen. Und belasse es dabei, verstaue den Rest in die Schublade meines Nachtkästchens zu meinen siebzehn anderen Schachteln. Schlaft gut, meine Freunde. Und beschert mir keine Albträume, denke ich mir und lege mich zurück. Spüre noch einige Minuten nach, wie mir schön langsam schwindelig wird und mein Körper zu kribbeln beginnt, als wäre er ein Termitenhaufen. Meine Glieder werden immer drückender und bleierner, bis ich schließlich in eine lähmende Wachtraumphase verfalle. Wo ich einige Zeit verweile.

Und das alles nur, dass ich berechenbarer werde. Das sind also die so genannten kleinen Dinge. Mahlzeit.

 

 

 

 

 

 

Der Undurchschaubare         (Michaela Foltin)

 

Er war immer schon befremdend gewesen. Der Bruder meiner besten Freundin. Ich war sie schon als Kind oft besuchen. Wir spielten allerlei Spiele. Verstecken. Fangen. Alles Mögliche, was Kinder in diesem Alter so trieben.

Wir hatten viel Spaß zusammen, sie und ich. So viel, dass ich mich schon als Mädchen schuldig fühlte gegenüber ihm. Er war immer schon eigenartig, beachtete keine Regungen um sich, würdigte mich keines Wortes. Er wirkte gleichsam alterslos auf mich, wie ein erwachsener, pubertierender Jüngling, aus der Ferne, die er andauernd zu wahren schien, wie ein Greis. Seine Augenfarbe konnte man kaum definieren, so vielfältig war sie, von grün, bis grau, bis tiefschwarz.

Oft saß er stundenlang am Tisch, die Hände verschränkt, an einen unbestimmten Punkt starrend, während wir Kinder nebenan kicherten und glucksten.

Sein Blick stets todernst, seine Miene tiefschwarz. Ich versuchte immer, so schnell wie möglich an ihm vorbeizugelangen, so sehr er mich doch manchmal anzog mit seinem unerklärlichen Verhalten.

Immer, wenn ich meine Freundin auf ihn ansprach, in seiner Abwesenheit selbstverständlich, wies sie mich darauf hin, dass er eben so sei, wie er war und dass sie froh war, wenn es ihm soweit gut ging.

Später, als wir viel älter waren, schaffte ich es einmal, mich in Abwesenheit jeglicher anderer ihm gegenüber zu setzen am Tisch auf der Veranda. Inzwischen kam er nur noch auf Besuch, denn er war schon längst ausgezogen gewesen. Obwohl ich diesen Moment lange Zeit fürchtete und vermeiden wollte, provozierte ich diese Konstellation an diesem Tag bewusst.

Genauso vorsätzlich blickte ich ihm tief in sein Antlitz, direkter, als mir lieb war.

Eigentlich war sein doch nicht mehr so junges Alter nun genau zu erkennen, denn nicht so prompt betrachtet, wirkte er wie ein junger Erwachsener, aber in diesem Moment spiegelte sein Augenlicht einen sehr weisen und reifen Mann.

Ich wartete brennend auf eine Wortmeldung seinerseits, er musste doch etwas zu sagen haben, so unbedeutend es auch klingen mag. Doch stattdessen fixierte er mich eine halbe Ewigkeit mit seinem durchdringenden Blick, sodass er mir dadurch selbst die Sprache stahl.

Sein dichtes, schwarzes Haar wirkte penibel zurückgekämmt, genau wie immer, zeigte er diese verletzende Perfektion in seinem starren Äußeren. Seine feingliedrigen Hände lagen strikt parallel auf der Tischplatte, sein markerschütternder Scharfblick an mir haftend.

Immer mehr ungestüme Gefühle löste er in mir aus.

Was dachte sich dieser Irre eigentlich? Jahrelang pilgerte ich zu seiner Schwester, doch er ignorierte mich, tagein tagaus. Hätte ich nicht einmal in diesen langen Jahren ein Lächeln oder eine warme Geste von ihm verdient? Warum zu Teufel konnte mir niemand sagen, was er für ein Problem hatte? Was sollte diese ständige Geheimniskrämerei? Dass der Mann nicht alle Tassen im Schrank hatte, das wusste doch ohnehin jeder, der ihn nur im Entferntesten wahrnahm! Anstatt ihn aus der Reserve zu locken, wie ursprünglich geplant, schaffte er nun mit seiner passiven Resistenz, mich völlig aus der Fassung zu bringen.

Bis ich schließlich voller Zorn hochfuhr und ihn attackierte. Mit den Gedanken, die mir zuvor durch den Kopf gingen. Richtig laut wurde ich vor Bestürzung.

Doch was tat er? Anstatt entsetzt in Abwehrhaltung zu geraten, fing er an, mich anzulächeln.

So mild und doch so herausfordernd überlegen. Dies schlug mich endgültig in die Flucht.

Warum musste ich eigentlich so oft über dieses Arschloch nachdenken, fragte ich mich häufig. Im Grunde hatte ich doch einen Dreck mit ihm zu tun. Dass er nicht ganz dicht war, wusste ich sowieso.

Doch in diesem Atemzug sank ich unbefriedigt zurück und erkannte, dass ich einer faulen Ausrede unterlag. Er war mich gar nicht egal. Seit ich ein Kind war, stellte er ein Rätsel für mich dar. Aber ein verdammt fesselndes. Jedes Mal, wenn ich ihn beobachtete, faszinierte und ängstigte er mich. Manchmal fühlte ich mich wie besessen. Auch wenn ich nur selten mit meiner besten Freundin über ihn sprach, denn nichts anderes, als dass er eben anders sei, sagte sie mir auch nicht, warum auch immer. Dass er seine maßgeschneiderte Kleidung penibler zusammenfaltete als der Rest der Welt, dass er seine Hände öfters begutachtete, nachdem er etwas angefasst hatte, dass er fast immer zu klassischer Musik einschlief, dass er keinen Fernseher besaß, dass er malte, aber nie jemand ein Gemälde zu Gesicht bekam, dass er gerne Klavier spielte, wenn er alleine war. All diese Details konnte ich aus ihr herausziehen, aber die Ursache seiner Verhaltensweise erfuhr ich nie.

Oft erblickte ich ihn vor meinem geistigen Auge, seine akkurate Schwärze, seine schlanke Gestalt, seine ausgeprägten Lippen, seine mystischen Augenlichter.

Jeder Einfall über ihn regte mich mehr auf, ärgerte mich, machte mich hilfloser.

Was war falsch mit ihm? Monate über Monate verstrichen, die ich verbaute mit Sinnieren, Brüten, Grübeln. Und doch ging ich ihm die Male, die ich ihn traf, rigoros aus dem Weg.

Und jedes Mal war es ihm unverschämt Gleichgültig. Unterkühlt verharrte er in seiner Starre.

Und doch war seine ganze Familie immer so erfüllt durch seine Anwesenheit.

Hasste er alle Menschen? Oder waren ihm alle einfach gleichgültig? Spürte er sich selbst überhaupt? War er geistig überhaupt anwesend?

Diese Fragen machten mich allmählich kaputt. Deswegen versuchte ich einen Schlussstrich zu ziehen und  ihn ab sofort aus meinem Leben zu verbannen.

Bis es einmal an meiner Wohnungstür klingelte. Als ich sah, wer mich aufsuchte, traf mich fast der Schlag. Er war es, er stand leibhaftig vor mir. Ich wurde schwindelig vor Verlegenheit und Gänsehaut. Was um Himmels Willen hatte er nun vor?

Doch wider erwarten streckte er mir seine Hand entgegen. Es war genau diese Hand, die mir jahrelang diese Härte und Ablehnung signalisierte. Ein wenig zitterte sie. So weiß sie wirkte, im Kontrast zu seinem schwarzen Hemd. So kalt und unberührt.

Doch plötzlich packte sie, genau wie mich gleichzeitig die Hoffnung packte, ihm nahe zu sein.

Und ich stellte fest, seine Hand war gar nicht so eisig kalt, wie vermutet. Und seine Augen blickten ganz verlangend und fordernd. Er zog mich zu sich, eng an seinen Körper. Und dieser war gar prickelnd und glühend. Ich bemerkte einen aromatischen Duft an seiner Haut. Durch seine geschaffene Unerreichbarkeit war mir all dies verhindert. Umso mehr atmete ich seinen Atem nun aus der unerwarteten Nähe. Wäre ich nicht fest in seinen Armen gelegen, hätten mich diese Empfindungen wohl zu Boden befördert. Wie benebelt verlor ich mich in seinem unsagbaren Feuer, wir umschlangen uns zwischen Tür und Angel, oder sollte ich besser sagen, wir fraßen uns beinahe auf. Ehe ich seine beispiellos weichen und geschmeidigen Lippen auf meinen spüren durfte, hielt noch einen Moment inne, sah mich an und sagte:

„Ich hasse dich ganz und gar nicht.“

 

 

Die Kränkung der Respektlosigkeit- oder das Rennen gegen die Zeit                                                      (Michaela F.)

 

Ich beeile mich beengend, muss mich noch ein bisschen rausputzen, verspreche immer, penibel pünktlich zu sein, es ist ein Versprechen an mich und an die Fairness der Welt. Aber immer wieder stelle ich fest, dass ich heutzutage fast alleine mit dieser Ansicht dastehe.

Muss meine Haare noch föhnen, mir ist so heiß, ich hechle mir irgendeine Frisur zusammen, zwischen Lidstrich und Wimperntusche, ich mache es aus Höflichkeit und narzisstischen Gründen. Warum gehe ich nicht einmal völlig verwahrlost und ungepflegt zu einem Treffen?

Selbst, wenn ich emotional auf allen Vieren krieche, bekomme ich meinen Lidstrich immer noch fast beängstigend strikt hin.

Ziehe meine schwarzen Klamotten über, rigoros durchdacht, um meine Form noch schlanker zu strecken. Es ist wirklich heiß heute. Die Uhr zeigt an, dass es höchste Zeit ist, aufzubrechen zum Treffpunkt, der meilenweit entfernt zu sein scheint. Ich lasse mir immer zwanzig Minuten Spielraum, um auch wirklich pünktlich zu erscheinen, das ist eine Tugend, die mir  meine Mutter schon als Kind vorgezeigt hat.

Mein Vater dagegen ist jemand, der immer auf den letzten Drücker unterwegs ist, allerdings kommt er meistens nur tolerierbare zehn Minuten zu spät.

Das am Rande.

Also packe ich noch meine Hängetasche, mein Handy muss auf jeden Fall mit, zu oft machte ich schon höchst unerfreuliche Erfahrungen, wie es ist, wenn man sich aufgrund eines modernen Kommunikationsproblems verfehlte. Handy immer bereit haben, heißt die zeitgemäß quälende Devise. Man wird ja ohnehin schon genug von der Technik terrorisiert.

Also muss man sie sich zur lästigen Gewohnheit machen.

Wie auch immer. Ich verlasse die Wohnung im Eilschritt. Aufzug runter, raus aus dem Tor, draußen schlendert gerade seelenruhig ein Paar Hand in Hand vorbei, während ich, ein wenig angekratzt über dieses Bild, im Hetzschritt vorbeihusche.

Ab zur U-Bahn, ab zum Stadtpark, schnell über die Pflastersteine hinweg, ich kenne diesen Boden schon in und auswendig von einigen Eileskapaden.

Wie es Gott haben will, zockelt der so genannte Eilzug im Schneckentempo dahin, das sind Kräfte, die ich leider nicht kontrollieren kann, wenn es nach mir ginge, würde er die meisten Stationen nur Sekunden halten, um die Passagiere herauszutreten, und weiterflitzen wie ein geölter Blitz.

Aber so spielt das Leben nicht, besonders nicht in einer bestimmten Station, wo er gleich drei Minuten anhielt, Grund unbekannt. Ich bebe zappelig mit den Knien, nervös, dass ich zu spät kommen könnte, die Uhr in der Station zeigt an, dass ich bloß fünfzehn Minuten mehr habe, um über drei weitere Stationen zurecht zu kommen. Gehzeit musste ich ja auch mit einberechnen, also kann es knapp werden.

Endlich fährt der verdammte Zug weiter, ich stehe schon eine Station vorher auf, um gleich raus zu hechten, wenn es soweit sein würde.

Gesagt getan, schnelle Orientierung, welcher Ausgang, also links, meine Sohlen brennen ein wenig, aber das Adrenalin treibt mich voran, gepaart mit großer Vorfreude und einigen Erwartungen.

Der Fußmarsch zum vereinbarten Platz erfolgt rasant und rapide, ich sehe eine geistige Uhr vor mir, ich schaffe es knapp, sehe schon den Treffpunkt aus der Ferne, Leute, die umherstehen, ich versuche zu selektieren, wo ist die Person, mit der ich mich treffen will?

Ich mustere in der Geschwindigkeit schon alle Menschen, wer es sein könnte, der Auserwählte, immer muss ich alleine hetzen, das ist mir schon aufgefallen.

Aber da ist niemand, auf den ich so hingestrebt bin. Er muss zu spät sein!

Und ich warte alleine. Ab jetzt wird es richtig unangenehm. Die Hoffnung in den ersten Minuten ist groß, dass derjenige plötzlich aus den Massen auftaucht, mit einer kleinen Entschuldigung, es sei etwas Wegzeit dazwischen gekommen.

Es kommen Massen auf mich zu. Bunt, dick, dünn, männlich, weiblich, gemeinsam, alleine, aber stets zufrieden wirkend.

Nur ich sitze da (habe mich inzwischen auf eine Bank gesetzt, um nicht als alleine Wartende aufzufallen), mustere jeden und alles.

Zehn peinliche Minuten vergingen, schön langsam zücke ich mein Handy und schaue enttäuscht auf mein Display, kein Anruf, keine Nachricht. Wie bitter.

Ich versuche nun schon mittelschwer gekränkt, diese Person selbst zu erreichen, Gott gebe ihr

eine gute Ausrede, die meinen aufkommenden Zorn beschwichtigen wird.

Aber was danach kam, bescherte mir erst den wirklichen Anfang der Verzweiflung, er hat das Handy abgeschalten- nicht erreichbar!

Ab jetzt spüre ich die innerliche Spannung immer intensiver, wie sie ausbrechen will, mein Mienenspiel war für Passanten unschwer zu erkennen.

Jetzt beherrscht mich der völlige Kontrollverlust, die Ungewissheit, die ich mein Leben lang schon verabscheue.

Hilflose Minuten vergehen, die Blicke der Passanten scheinen mich aufzufressen, jeder einzelne würde sich über mich innerlich lustig machen, als Versetzte, als Gehörnte.

Diese Momente sind so schwer auszuhalten, dass ich mich übel gekränkt von dieser Unverschämtheit auf den Heimweg begebe.

Was denkt sich ein Mensch, der so dreist ist und jemanden so bösartig versetzt?

Immerhin kommen mir noch Gedanken, dass diese Person vielleicht verunglückt sei, um mich über diese Frechheit hinwegzutrösten, aber ich glaube nicht wirklich daran, denn dann würde sich wenigstens irgendjemand melden oder mir eine Nachricht hinterlassen.

Am Rande des Zebrastreifens hält ein Radfahrer neben mir an, meine Bekümmernis war mittlerweile nicht mehr zu übersehen, er schaute mich mitleidig an, ich bin kurz davor, mich zu outen, vor einem Fremden, meine Demütigung preiszugeben, rauszuschreien, dass ich verletzt sei, nur um mein Leid nicht mehr alleine ertragen zu müssen!

Aber er fuhr weiter, mir nichts, dir nichts, und so spalteten sich unsere Wege.

Am Bahnsteig des Gegenzugs, von dem ich vorhin noch so hinausgehechtet bin, stehe ich nun, wie ein übergossener Pudel, letzte Chance, um aufs Handy zu schauen, wieder nichts, die Kotze steht mir bin zum Hals.

Ich steige in den Zug, alles stinkt mir, die Leute sind auf einmal so eklig, alles fällt mir Negativ auf, selbst mein eigenes Spiegelbild im Zugfenster, ich habe mich umsonst hergerichtet, bin umsonst geeilt, habe umsonst geschwitzt, meine Nerven und meine ganze Energie verschwendet, bin zornig, kann es kaum aushalten, würde mich am liebsten selbst verprügeln, oder besser gesagt, die Person, die mich verpflanzt hat. Wie eine Schachfigur, versetzt, verschoben, entwertet, geschlagen.

Nun war mir egal, wie schnell oder langsam der Zug fährt, ich sitze nur mehr da, die ein Roboter, dem der Saft ausgegangen ist.

Wieder erstreckt sich der Weg vom Stadtpark zu meiner Wohnung unendlich lange. Meine Füße brennen inzwischen wie Feuer, ich schleppe mich nur noch dahin, wie ein verdurstendes Vieh.

Warum bin ich so wertlos und unwichtig, dass man mich so schlecht behandelt?

Ich nehme immer alle sehr wichtig, mit denen ich Sachen vereinbare, versuche immer, meine Versprechen zu halten. Warum gebührt mir nicht derselbe Respekt?

Alle Ecken und Winkel der Gassen stinken nach Hundeexkrementen und alle Menschen, die an mir vorbeigehen, nach Schweiß.

Ich erreiche emotional ruiniert meine Haustür und krieche wirklich nur mehr in den Aufzug.

Sperre mit letzter Kraft auf, mein Kopf hängt bis zum Boden, ich bin leer.

Das ist die Geschichte gewesen. Aus Maus.

                                                      Die unmenschliche Zeitreise                                          (Michaela F.)

Es war einmal ein Körper. Ich sehe alles revue passieren. Ich sehe ihn sitzen auf einer kalten, dunklen Stelle in seiner Charakterlosigkeit. Schon lange war er getrennt von seinem zugehörigen Innenleben. Es entschwand ihm in übler Weise. Denn sein Hirn hatte dies veranlasst. Es hatte seine Geschichte bestimmt. Es schaltete das Herz aus, indem es ihm Bilder zeigte.
Es zeigte ihm anhand von Zeitreisen die Gründe der geplanten Spaltung.
Komm her, mein mutmaßlicher Freund, ich nehme dich an deiner Hand und führe dich durch deine Historie, die dich so verantwortlich macht.
Eigentlich musste der Körper dem Hirn bis jetzt immer kritiklos folgen, ansonsten nahm es einfach überhand und er wurde auf Autopilot geschaltet.
Sieh her, erklärte das Hirn,
dies sind die Motive, warum wir immer streiten.
Alles drehte sich um den Körper herum, er wurde immer schwindeliger und matter, bis er wieder die Augen öffnete.
Was er sah, es waren Bilder aus seiner Vergangenheit, wo er noch dachte, er und seine Geist seien vereint.
Es waren Reproduktionen der Unterdrückung und der Demütigung.
Schau an, wie du dich hast quälen  lassen!  Du Schwächling, immer hast du den Kürzeren gezogen!
Es ging weiter in der erbärmlichen Lektion der Vergangenheit.
Er wurde zurückgeführt, gnadenlos und unzensiert, in Situationen der Schwäche und Feigheit. Der Körper bekam immer mehr den Eindruck, dass er nutzlos und gescheitert sei. Egal, was er auch tat, es reichte dem Hirn nie.
Immer wurde mehr verlangt. Das Maß wurde unerreichbar angesetzt, sodass er keine Chancen hatte, dies zu erfüllen.
Immer öfters sah er, wie ihm sein Vorgesetzter, das Hirn Bestrafung seiner selbst zuschrieb.
Anfangs urteilte er, es sei nicht angemessen. Doch dann entgegnete ihm das Hirn, dass er nichts zu urteilen habe. Und so schloss er immer öfters den Destruktionsgedanken an und handelte danach. Obwohl er immer öfters dadurch große Nachteile erfuhr. Doch er traute sich kaum mehr, dies zu hinterfragen. Er fühlte immer mehr Abhängigkeit vom Hirn. Und das Hirn wurde immer größenwahnsinniger.
Doch irgendwann spürte der Körper, dass er schon so dermaßen geschwächt war durch diese blindgläubigen Ausführungen, dass er zusammenbrach.
So entstand diese auswegslose Spaltung. Und deswegen saß er nun alleine an diesem kalten Ort und hatte im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand verloren.
Doch solch einen Verstand wollte er eigentlich gar nicht zurückhaben.
Auch das Hirn bemerkte dies und versuchte genau aus diesem Grund, dem Körper wieder Vorhaltungen aus der Vergangenheit zu machen, um sich wieder in seiner Zerstörung einzunisten.
Es wollte ihn wieder einmal mit solchen Dissoziationen aus der
Vergangenheit erpressen.
Doch diesmal begriff auch der Körper die Bedrängnis des Hirns.
So rappelte er sich mutig auf.
Darauf erschrak das Hirn, denn er war nicht gewohnt, dass ihm der Körper folgendermaßen gegenübertrat.
Jetzt hörst du mir einmal zu, liebes Gehirn! Du wärst ohne mich wertlos, denn du hättest gar keine Möglichkeit, zu agieren ohne meine Materie!
Du würdest nicht einmal existieren!

Das Gehirn wurde immer ängstlicher, denn nun war sein Plan durchschaut. Es konnte nicht mehr die Übermacht an sich reißen. Der Körper würde streiken.
Ich mach´ dir einen Vorschlag, liebes Hirn. Wir werden wieder Freunde und arbeiten in Einklang zusammen, dann funktioniere ich, weil du mir gibst, was ich brauche und ich das ausführe, was dir gut tut.
Und in diesem Moment entstand aus den beiden wieder ein Mensch, wie er existiert und fortlebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss ringt man nur mehr des Kampfes Willen. Und verliert das Ziel vor Augen.

Und dann bricht man zusammen. Doch was hat man erreicht? Hat es sich gelohnt?

Die Energie ist verdunstet. Der Kraftspeicher leer. Innerlich poltert es noch immer, aber die vitalen Ressourcen  schränken einen ein.

Es gäbe theoretisch tausende Bewältigungsstrategien, aber im Affekt schwindet jede Theorie.

Also sitze ich wieder einmal erschöpft und einsam an meinem Tisch und starre dieses kleine Objekt an, das die Welt verändern könnte. Oder zumindest mein Leben. So betitelt man es.

Obwohl dieses rosa Ding kaum einen Zentimeter misst, sieht es viel versprechend aus.

Wie oft habe ich mir durch so etwas schon etwas zugesichert, was danach wieder in eine Katastrophe ausartete?

Gerade wurde es neu geboren, aus seiner kleinen, feinen Blisterpackung, und nun rollt es unschuldig vor meinen Augen herum, als hätte es eine eigene Persönlichkeit, die zu mir spricht, dass alles wieder gut werde.

Wie oft habe ich diese Biester schon missverstanden und sie massenhaft überhand von mir nehmen lassen? Was habe ich schon alles in sie hineinprojiziert, um sie glaubhaft werden zu lassen?

Um mich danach zu fühlen, als ob ich zu heiß gebügelt worden wäre. Verlangsamt wurden meine Ideenfolgen, begrenzt meine Ausdrucksweise, armselig mein Einfallsreichtum.

Das soll es sein, was mein Leben so glanzvoll verändert?

Also fasse ich diese kleine Bestie am Kragen, quetsche sie zwischen meinen Daumen und meinen Zeigefinger.

Nehme einen Schluck Wasser und lasse sie in mich schwemmen. Und belasse es dabei, verstaue den Rest in die Schublade meines Nachtkästchens zu meinen siebzehn anderen Schachteln. Schlaft gut, meine Freunde. Und beschert mir keine Albträume, denke ich mir und lege mich zurück. Spüre noch einige Minuten nach, wie mir schön langsam schwindelig wird und mein Körper zu kribbeln beginnt, als wäre er ein Termitenhaufen. Meine Glieder werden immer drückender und bleierner, bis ich schließlich in eine lähmende Wachtraumphase verfalle. Wo ich einige Zeit verweile.

Und das alles nur, dass ich berechenbarer werde. Das sind also die so genannten kleinen Dinge. Mahlzeit.

 

 

Die unmenschliche Zeitreise                                                                 (Michaela Foltin)

 

Es war einmal ein Körper. Ich sehe alles revue passieren. Ich sehe ihn sitzen auf einer kalten, dunklen Stelle in seiner Charakterlosigkeit. Schon lange war er getrennt von seinem zugehörigen Innenleben. Es entschwand ihm in übler Weise. Denn sein Hirn hatte dies veranlasst. Es hatte seine Geschichte bestimmt. Es schaltete das Herz aus, indem es ihm Bilder zeigte.

Es zeigte ihm anhand von Zeitreisen die Gründe der geplanten Spaltung.

Komm her, mein mutmaßlicher Freund, ich nehme dich an deiner Hand und führe dich durch deine Historie, die dich so verantwortlich macht.

Eigentlich musste der Körper dem Hirn bis jetzt immer kritiklos folgen, ansonsten nahm es einfach überhand und er wurde auf Autopilot geschaltet.

Sieh her, erklärte das Hirn, dies sind die Motive, warum wir immer streiten.

Alles drehte sich um den Körper herum, er wurde immer schwindeliger und matter, bis er wieder die Augen öffnete.

Was er sah, es waren Bilder aus seiner Vergangenheit, wo er noch dachte, er und seine Geist seien vereint.

Es waren Reproduktionen der Unterdrückung und der Demütigung.

Schau an, wie du dich hast quälen  lassen!  Du Schwächling, immer hast du den Kürzeren gezogen!

Es ging weiter in der erbärmlichen Lektion der Vergangenheit.

Er wurde zurückgeführt, gnadenlos und unzensiert, in Situationen der Schwäche und Feigheit. Der Körper bekam immer mehr den Eindruck, dass er nutzlos und gescheitert sei. Egal, was er auch tat, es reichte dem Hirn nie.

Immer wurde mehr verlangt. Das Maß wurde unerreichbar angesetzt, sodass er keine Chancen hatte, dies zu erfüllen.

Immer öfters sah er, wie ihm sein Vorgesetzter, das Hirn Bestrafung seiner selbst zuschrieb.

Anfangs urteilte er, es sei nicht angemessen. Doch dann entgegnete ihm das Hirn, dass er nichts zu urteilen habe. Und so schloss er immer öfters den Destruktionsgedanken an und handelte danach. Obwohl er immer öfters dadurch große Nachteile erfuhr. Doch er traute sich kaum mehr, dies zu hinterfragen. Er fühlte immer mehr Abhängigkeit vom Hirn. Und das Hirn wurde immer größenwahnsinniger.

Doch irgendwann spürte der Körper, dass er schon so dermaßen geschwächt war durch diese blindgläubigen Ausführungen, dass er zusammenbrach.

So entstand diese auswegslose Spaltung. Und deswegen saß er nun alleine an diesem kalten Ort und hatte im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand verloren.

Doch solch einen Verstand wollte er eigentlich gar nicht zurückhaben.

Auch das Hirn bemerkte dies und versuchte genau aus diesem Grund, dem Körper wieder Vorhaltungen aus der Vergangenheit zu machen, um sich wieder in seiner Zerstörung einzunisten.

Es wollte ihn wieder einmal mit solchen Dissoziationen aus der

Vergangenheit erpressen.

Doch diesmal begriff auch der Körper die Bedrängnis des Hirns.

So rappelte er sich mutig auf.

Darauf erschrak das Hirn, denn er war nicht gewohnt, dass ihm der Körper folgendermaßen gegenübertrat.

Jetzt hörst du mir einmal zu, liebes Gehirn! Du wärst ohne mich wertlos, denn du hättest gar keine Möglichkeit, zu agieren ohne meine Materie!

Du würdest nicht einmal existieren!

Das Gehirn wurde immer ängstlicher, denn nun war sein Plan durchschaut.

Es konnte nicht mehr die Übermacht an sich reißen. Der Körper würde streiken.

Ich mach´ dir einen Vorschlag, liebes Hirn. Wir werden wieder Freunde und arbeiten in Einklang zusammen, dann funktioniere ich, weil du mir gibst, was ich brauche und ich das ausführe, was dir gut tut.

Und in diesem Moment entstand aus den beiden wieder ein Mensch, wie er existiert und fortlebt.

 

Die sich selbst zerfressende Kraft                                       (Michaela Foltin)

 

Manchmal kommt mir der masochistische Gedanke, als müsse man das Gegenteil ansteuern, um etwas zu erreichen. Jedenfalls wenn man zu verbissen streitet. Denn dann folgt zumeist ein Missverständnis. Je mehr man für etwas kämpft, desto weiter kann einen die Aufopferung entfernen.

Soll man seine Sehnsucht nun unterdrücken, um ihr ein Stück näher zu kommen?

Im Leben wird uns oft gepredigt, wie wichtig es ist, sich für dies einzusetzen, was man herbeisehnt, denn dann würde es uns gelingen, unsere Richtungspunkte zu erfüllen.

Doch in der Liebe scheinen diese Weisheiten nicht zu funktionieren.

Die Liebe ist immer etwas abweichend von der Realität. Sie hat einen Sonderstatus im Rad der Werte. Jeder will sie, doch die wenigsten empfangen sie.  Sei es aus Mangel oder aus Unfähigkeit, diese anzunehmen. Und das Schlimme daran ist, dass jene Betroffene die beiden Argumente kaum unterscheiden können.

An Mangel denkt man meist zuerst. Denn die heutigen Verdienste werden großteils aus Mängel begründet. Dann schließt eine gewisse Motivation an, die zumeist auf Bitterkeit basiert. Man beginnt, sich verkrampft einzusetzen, zu verbiegen, zu verdrehen, um mit allen Mitteln ans angestrebte Wohlgefühl zu gelangen.

Aber in der Liebe hängt damit ein anderer Mensch zusammen, so ist alles begründet von dessen Reaktion auf die Bemühungen.

Und da beginnt das große Dilemma. Oft passiert es, dass man, sofern man sehr erregt und emphatisch um jemandes Gunst ringt, aus gerade diesen Gründen erst recht missverstanden wird als hitzig und angriffslustig, was den Hochgeschätzten folglich in die Distanz treibt.

Daraufhin wird man noch offensiver, aggressiver, militanter, weil man eigentlich nur zeigen will, dass einem an dieser Person viel liegt.

So kann es geschehen, dass man, ohne es zu wollen, zum Ungeheuer abändert. Durch eine unglückliche Verkettung von kriegerischen Maßnahmen, die eigentlich den letzten Hilferuf darstellen sollen, schafft man es schließlich, den Gefährten völlig zu lähmen oder auf Distanz zu treiben, indem man die Kontrolle über sich selbst verliert.

Und irgendwann sitzt man dann in seinem Winkel und schmiedet gedanklich noch immer Grundrisse, obwohl man es gegen seinen Willen bewerkstelligt hat, sich auszugrenzen vom Herbeigesehnten.

Man fühlt sich alleine und von allen guten Geistern verlassen. Missverstanden in seiner Leidenschaft. Gescheitert in seiner Willenskraft. Die einzige Option, die einem dann noch bleibt, ist das Warten. Auf ein Wunder oder die Erfüllung seines Traumes.

Also wartet man. Man weiß nicht, wie lange, und ob es sich lohnt.

Man beginnt allmählich ein Hirngespinst, alles aufzugeben, weg zu schieben. Denn man würde es ohnehin nicht bekommen. So weit wie es weg ist. Deswegen entweder ganz oder gar nicht. Vor allem in der Liebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manchmal heißt es, dass kleine Dinge die Welt verändern können. Auch ganz unmerkbar geringe. Exorbitantes habe ich schon oft versucht. Habe getobt und geschlagen. Habe nahezu alles probiert, was in meiner Kraft liegt. Nur, um an etwas zu gelangen. Was das genau sein sollte, das entglitt mir in der Hitze meiner Erregungen.

Zum Schluss ringt man nur mehr des Kampfes Willen. Und verliert das Ziel vor Augen.

Und dann bricht man zusammen. Doch was hat man erreicht? Hat es sich gelohnt?

Die Energie ist verdunstet. Der Kraftspeicher leer. Innerlich poltert es noch immer, aber die vitalen Ressourcen  schränken einen ein.

Es gäbe theoretisch tausende Bewältigungsstrategien, aber im Affekt schwindet jede Theorie.

Also sitze ich wieder einmal erschöpft und einsam an meinem Tisch und starre dieses kleine Objekt an, das die Welt verändern könnte. Oder zumindest mein Leben. So betitelt man es.

Obwohl dieses rosa Ding kaum einen Zentimeter misst, sieht es viel versprechend aus.

Wie oft habe ich mir durch so etwas schon etwas zugesichert, was danach wieder in eine Katastrophe ausartete?

Gerade wurde es neu geboren, aus seiner kleinen, feinen Blisterpackung, und nun rollt es unschuldig vor meinen Augen herum, als hätte es eine eigene Persönlichkeit, die zu mir spricht, dass alles wieder gut werde.

Wie oft habe ich diese Biester schon missverstanden und sie massenhaft überhand von mir nehmen lassen? Was habe ich schon alles in sie hineinprojiziert, um sie glaubhaft werden zu lassen?

Um mich danach zu fühlen, als ob ich zu heiß gebügelt worden wäre. Verlangsamt wurden meine Ideenfolgen, begrenzt meine Ausdrucksweise, armselig mein Einfallsreichtum.

Das soll es sein, was mein Leben so glanzvoll verändert?

Also fasse ich diese kleine Bestie am Kragen, quetsche sie zwischen meinen Daumen und meinen Zeigefinger.

Nehme einen Schluck Wasser und lasse sie in mich schwemmen. Und belasse es dabei, verstaue den Rest in die Schublade meines Nachtkästchens zu meinen siebzehn anderen Schachteln. Schlaft gut, meine Freunde. Und beschert mir keine Albträume, denke ich mir und lege mich zurück. Spüre noch einige Minuten nach, wie mir schön langsam schwindelig wird und mein Körper zu kribbeln beginnt, als wäre er ein Termitenhaufen. Meine Glieder werden immer drückender und bleierner, bis ich schließlich in eine lähmende Wachtraumphase verfalle. Wo ich einige Zeit verweile.

Und das alles nur, dass ich berechenbarer werde. Das sind also die so genannten kleinen Dinge. Mahlzeit.

 

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